Death Cleaning Meinungen

Ganz ehrlich, was war der erste Gedanke, den du hattest, als du den Begriff Death Cleaning gehört hast? Ich dachte, wow, interessant. Es gibt tatsächlich einen Begriff dafür, Dinge für die Angehörigen zu ordnen? Das ist ja mal super und das will ich auch unbedingt machen. Es gibt aber ganz viele andere Meinungen. In diesem Artikel möchte ich auf einige dieser Meinungen eingehen.

Death Cleaning, was?

Wenn ich Leuten davon erzähle, mit welchem Thema ich mich beschäftige, kommen die unterschiedlichsten Reaktionen. Denn jeder hat einen anderen Zugang zu dem Thema Tod und Sterben, sein eigenes Warum. Das Spektrum ist hier sehr weit gefasst. Von großem Interesse bis zur totalen Ablehnung, ich habe bereits alle Reaktionen erlebt. Und natürlich hat das alles damit zu tun, wir unsere eigenen Erfahrungen sind, die wir ins diesem Bereich bisher machen konnten oder vielleicht mussten.

Die Meinungen zum Thema Death Cleaning sind daher so vielfältig und individuell wie die Menschen selbst. Für die einen gehört es zum guten Ton, für seine Angehörigen vorzusorgen, um ihnen so wenig Arbeit wie möglich zu machen. Die anderen machen sich gar keine Gedanken darüber, was mal ist, wenn sie nicht mehr da sind. Wieder andere haben so viele Hobbys, Dinge und Erinnerungen von denen sie sich zu Lebzeiten noch nicht verabschieden wollen oder können. Andere haben massive Ängste oder sind sogar abergläubisch und möchten das lieber nicht machen, solange sie leben.

Interesse

Erstaunlicherweise sind die meisten Menschen total begeistert von dem Thema und finden es interessant und wichtig, über Vorsorge und Nachlassregelung zu sprechen. Meist erzählen mir Menschen direkt ihre eigene Geschichte, die sie im Familien- oder Verwandtenkreis erlebt haben. Oft sind es Geschichten, die aufzeigen, was passiert, wenn nicht vorgesorgt wurde. Ich weiß diese Offenheit sehr zu schätzen, denn sie zeigt mir, wie groß der Redebedarf bei diesem Thema ist.

Anderen nicht zur Last fallen und so viel wie möglich im Vorfeld zu regeln, das ist bei vielen Menschen der Wunsch Viele Leute haben irgendwann instinktiv das Bedürfnis vorzusorgen, auch wenn sie den Begrifff Death Cleaning nicht kennen. Meist beschäftigen wir uns mit dem Thema zum ersten Mal, wenn die eigenen Eltern alt werden. Und plötzlich Entscheidungen getroffen werden müssen, die man vorher nicht auf dem  Schirm hatte.

Dann rückt das Vorsorgethema in den Fokus und man packt seinen eigenen Koffer. Manchmal wird sogar alles bis ins kleineste Detail geplant. Alle Vorsorgedokumente werden sogfältig ausgefüllt, Immobilien werden rechtzeitig überschrieben, ein Grab wird gekauft und die Beerdigung geplant. Aber auch Besitztümer verkauft oder verschenkt, Fotoalbem aussortiert und beschriftet und über die wichtigsten Wünsche gesprochen. Das klingt alles selbstverständdlich, aber leider ist es das nicht so. Ich persönlich habe das komplette Gegenteil schon erlebt.

Angst

Manchen Menschen jagt das Thema Vorsorge auch eine so große Angst ein, dass sie das Thema am liebsten komplett ausblenden wollen. Einige finden alleine den Namen Death Cleaning schon gruselig und wollen sich am liebsten gar nicht mit diesen Todes-Themen beschäftigen.

Manche sind sogar richtig abergläubisch, wenn es um das Thema geht. „Wenn ich das jetzt mache, dann passiert mir morgen sicher was Schlimmes“, ist dann oft die Aussage, die ich zu hören bekomme. Was folgt, ist das typisches Vermeidunsverhalten. Das Thema Vorsorge wird komplett ausgeblendet, man redet in der Familie nicht mehr über diese wichtigen Themen, als würde das alles nicht existieren.

Natürlich hat das Auswirkkungen auf die Familie, vor allem, wenn Unvorhergesehenes passiert und unter Zeitdruck Entscheidungen getroffen werden müssen oder man keinen Zugriff auf Konten hat, das Erbe ausschlagen muss, weil man nicht weiß, ob man Schulden erbt, usw. Die Angst hat also Auswirkungen.

Ignoranz

Andere wiederum machen sich gar keine Gedanken darüber, was mal ist, wenn sie nicht mehr da sind. Sie wollen entweder das Leben im Jetzt genießen, aber sich nicht mit möglichen Katastrophenszenarien und einer ungewissen Zukunft beschäftigen.

Andere Leute haben so viele Hobbys, wichtige Dinge und Erinnerungen von denen sie sich zu Lebzeiten noch nicht verabschieden wollen. Sie blenden das Thema aus.

Manche sind auch einfach ignorant. „Das mache ich doch jetzt noch nicht.“ „Wenn ich nicht mehr da bin, interessiert es mich sowieso nicht mehr.“Nach mir die Sintflut.“

Andere wiederum nehmen eine richtige Trotzhaltung ein. „Wenn mir keiner hilft, dann sollen meine Angehörigen sich später selbst um alles kümmern.“ Solche Aussagen sind nicht selten.

Wie man zum Thema Death Cleaning steht, wird natürlich auch von den persönlichen Erfahrungen geprägt, die man in seinem Leben bereits im eigenen Umfeld und er eigenen Familie gemacht hat. Wenn gar nicht vorgesorgt wurde, dann hinterlässt das oft Spuren bei den Angehörigen und sie entschließen sich oft dazu, für sich selbst rechtzeitig vorzusorgen, um ihren Angehörigen das gleiche Schicksal zu ersparen.

Letztendlich muss jeder die Frage: Warum sollte ich Death Cleaning machen für sich selbst beantworten.

Abneigung oder feuriges Interesse – Was ist deine Meinung zum Thema Death Cleaning?